Informationen zur technischen Zeichnung

Bei der Abwicklung von Aufträgen ist die technische Zeichnung als Informationsträger häufig noch das Verständigungsmittel zwischen den einzelnen Abteilungen einer Firma, also dem Konstruktionsbüro, der Fertigung und der Montage.

Entsprechend ihrer Aufgaben stellen Fertigungs- und Montageabteilung unterschiedliche Anforderungen an die technische Zeichnung, daher werden techn. Zeichnungen in Fertigungszeichnungen (auch Einzelteilzeichnungen) und in Montagezeichnungen (auch Baugruppenzeichnungen) unterschieden.

In der Fertigungszeichnung wird immer nur ein herzustellendes Bauteil dargestellt. Die Zeichnung muß sämtliche Maße dieses Bauteils enthalten, das Bauteil muß allein mit der Zeichnung herzustellen sein. Jede Bemassung darf nur einmal in der gesamten Zeichnung erscheinen. Jede Bohrung und jede Nut ist nach ihrer Lage und Geometrie genau bestimmt. Natürlich finden sich in der Einzelteilzeichnung auch Angaben über Material (Werkstoff), Toleranzen und Oberflächenbearbeitungen. Bemassungen, die sich aus der Modellierung im CAD-System ergeben, z.b. Abstand zu einer Hilfebene, werden nicht dargestellt. In jeder Ansichten oder jedem Schnitt soll ein neuer Aspekt des Bauteils zu sehen sein, sonst ist die Ansicht zu viel.

Dagegen wird in der Montagezeichnung dargestellt, wie die fertigen Einzelteile zu einer Baugruppe zusammengebaut werden. Hierbei sind die Maße des Einzelteils natürlich überflüssig, da der Monteur nur an der Struktur interessiert ist, also welche Teile wie miteinander verbunden sind. Allein die Außenabmessungen der Gesamtbaugruppe und die Anschlußstellen zu anderen Teilen oder Baugruppen müssen bemaßt werden. In der Baugruppenzeichnung müssen alle verwendeten Bauteile mindestens einmal in einer Ansicht zu sehen sein, was oft nur mit Ausbrüchen (siehe Schnittarten) zu machen ist. Zur Montagezeichnung gehört meist auch eine Stückliste: das ist eine Tabelle, in der sämtliche Bauteile der Baugruppe mit Positionsnummer und Menge aufgelistet sind. Über Ballons mit den entsprechenden Positionsnummern und Pfeilen werden die Bauteile in der Baugruppenzeichnung zugeordnet.


Regelungen für techn. Zeichnungen:

Techn. Zeichnungen bestehen aus einzelnen Ansichten, d.h. daß ein Bauteil oder eine Baugruppe aus verschiedenen Richtungen "angesehen" wird, wobei jede Ansichtsrichtung eine Ansicht ist. Diese Ansichten werden in der techn. Zeichnung nach einer besonderen Regelung angeordnet: der Klappregel. Ausgehend von einer Hauptansicht des Teils (meistens die Ansicht, in der am meisten zu erkennen ist) wird jede weitere Ansicht um 90° in die jeweilige Richtung gedreht, so als ob das Teil auf dem Tisch liegt und von seiner Lage aus nach oben, unten, rechts oder links geklappt wird. Es sind auch mehrere Klappungen in eine Richtung möglich, und die Ansichten sind oft reine Schnittansichten, in denen das Teil an einer bestimmten Stelle aufgeschnitten dargestellt wird.

Bei Montagezeichnungen muß, wie oben schon erwähnt, jedes verwendete Bauteil mindestens einmal vollständig zu erkennen sein. Besonders bei Verschraubungen und Welle-Nabe-Verbindungen mit Paßfedern oder Keilen ist das ein Problem, da sie auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind und viele Schnitte nötig wären, um z.B. alle Schrauben zu zeigen. Hier verwendet man Ausbrüche, bei denen nur ein begrenzter Bereich als Schnitt dargestellt wird. Werden in einer Baugruppe bestimmte (Gleich-) Teile mehrmals benutzt, was bei Schrauben häufig vorkommt, so muß nicht jede Schraube durch einen Ausbruch gezeigt werden, wenn die sich anderen Verschraubungen aus den Ansichten logisch ergeben. Daher genügt es z.B. bei einer symmetrischen Verschraubung, die eine Seite durch einen Ausbruch darzustellen, da sich die andere Seite aus der geklappten Ansicht ergibt.


Schnittarten:

Daneben gibt es weitere Schnittarten wie den Halbschnitt und den Profilschnitt, die im Rahemen des CAD- Kurses kaum Anwendung finden und daher nicht näher erklärt werden.


Regeln beim Schneiden von Geometrien:

Jeder Schnitt wird in einer zu ihm senkrechten Ansicht durch eine Schnittverlaufslinie (strichpunktiert) gekennzeichnet. So ist es möglich, den Schnitt im Werkstück bzw. in der Baugruppe einzuordnen. Bei Ausbrüchen werden diese Schnittverlaufslinien nicht dargestellt, da sich ihre Lage aus der Anschauung ergibt.

Bei Stufenschnitten ist zu beachten, daß heute nur noch Schnitte mit höchstens zwei Stufen benutzt werden, da es durch den CAD- Einsatz leicht möglich ist, eine weitere (Schnitt-) Ansicht herzustellen. So bleibt die Übersichtlichkeit der techn. Zeichnung gewahrt.

Schnittprinzipien:

Bei Schnitten ist darauf zu achten, daß bestimmte Teile immer vom Schnitt ausgeschlossen werden. Dazu gehören vor allem sämtliche Rotationsteile, also z.B.:

Wellen, Achsen, Stifte, Niete, Zapfen, Bolzen, Schrauben, Muttern, Scheiben,...

Dieser Ausschluß vom Schnitt gilt nur, wenn die Symmetrielinie der Teile (ihre Achse) in der Zeichenebene liegt.

Aber auch Verbindungselemente wie Paßfedern und Keile müssen vom Schnitt ausgeschlossen werden. Für die gilt eine ähnliche Einschränkung wie für die Rotationsteile: Diese Verbindungselemente dürfen nur in ihrer Längsrichtung nicht geschnitten werden.

Daneben gibt es noch weiter Elemente, die man nicht schneiden darf. Dabei handelt es sich aber um Elemente deren Schnitt im Rahmen des Kurses nicht vorkommt, z.B. Zähne von Zahnrädern.

Schraffur:

Besonders beim Schneiden von Baugruppen ist darauf zu achten, das jedes Bauteil eine eigene Schraffur besitzt, die das Teil in jeder Ansicht erkenntlich machen. Es sollen nur die Normwinkel 45° oder 135° verwendet werden. Desweiteren sind "Fischgrätenmuster" zu vermeiden, also das direkte Aneinanderstoßen der Schraffurlinien zweier Bauteile.